Benachteiligung psychoanalytischer Lehre?

Die Basisdemokratische Fachschaft Sozialwissenschaften der Leibniz Universität Hannover unterstützt den Aufruf der Interessengemeinschaft der Psychoanalyse an Universitäten e.V. und bittet, den Aufruf ebenfalls zu unterschreiben.
An der LMU München läuft zur Zeit ein Neubesetzungsverfahren des Lehrstuhls für klinische Psychologie und psychologische Psychotherapie, dabei werden nach Informationen des oben genannten Vereins Bewerber_innen mit psychoanalytischem Schwerpunkt benachteiligt (vgl.: hier).
Wir betrachten diesen Umstand mit Sorge. Gerade die Psychoanalyse ist unserer Ansicht nach dazu geeignet oftmals lediglich symptomatischen Behandlungsmethoden etwas entgegen zu setzen. In psychoanalytischen Behandlungsverfahren wird, wie in keinem anderen, auch auf unbewusste Vorgänge eingegangen, die ein umfassendes Verständnis der menschlichen Psyche erst ermöglichen und damit nicht nur oberflächliche Behandlungsmöglichkeiten schaffen.
Wir selbst haben vor kurzem an unserer Universität ähnliches hinnehmen müssen. Mit Beginn des Wintersemesters 2008/09 wurde bei uns die Sozialpsychologie als Studienfach abgeschafft. Diese war schwerpunktmäßig psychoanalytisch ausgelegt. Die psychoanalytische Sozialpsychologie bot, in unserem Fall, ihren Studierenden ein tiefergehendes Verständnis sozialer Entwicklungen und Auswirkungen, als es eine reine Soziologie ermöglichen kann und wie es seitdem bis heute vermisst wird.
Wir empfinden es mindestens als kritisch, dass den Psychologie-Studierenden der LMU München, wenn auch in einem anders gelagerten Fall, ebenfalls psychoanalytische Inhalte vorenthalten werden sollen.

Wir fordern hiermit die LMU München auf, ihr Vorgehen bei der Besetzung des Lehrstuhls zu überdenken!
Ebenfalls fordern wir eine stärkere Verbreitung psychoanalytischer Inhalte an Universitäten, sowohl im klinisch-psychologischen, als auch im sozialwissenschaftlichen Bereich!

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