WS13/14: Lek­tü­re­kurs »Die Furcht vor Freiheit«

Nach unse­rem erfolg­rei­chen Lek­tü­re­kurs im Som­mer­se­mes­ter wol­len wir uns im Win­ter­se­mes­ter ein wei­te­res Buch gemein­sam mit euch erschlie­ßen. Ent­schie­den haben wir uns für Die Furcht vor Frei­heit von Erich Fromm.

„Die These die­ses Buches lau­tet, daß der moderne Mensch, nach­dem er sich von den Fes­seln der vor-individualistischen Gesell­schaft befreite, die ihm gleich­zei­tig Sicher­heit gab und ihm Gren­zen setzte, sich noch nicht die Frei­heit – ver­stan­den als posi­tive Ver­wirk­li­chung sei­nes indi­vi­du­el­len Selbst – errun­gen hat; das heißt, daß er noch nicht gelernt hat, seine intel­lek­tu­el­len, emo­tio­na­len und sinn­li­chen Mög­lich­kei­ten voll zum Aus­druck zu brin­gen.“

Mit sei­nem Buch „Die Furcht vor der Frei­heit“ ver­suchte Erich Fromm, Sozio­loge und Psy­cho­ana­ly­ti­ker, 1941 eine Erklä­rung dafür zu geben, was Frei­heit im auf­ge­klär­ten Europa bedeu­tet und was sie mit der Psy­che des Men­schen anstellt. Grund­sätz­lich sei sie unter dem Dop­pel­cha­rak­ter als Frei­heit von und Frei­heit zu etwas zu betrach­ten. Nega­tive und posi­tive Frei­heit schaf­fen im Men­schen ein ambi­va­len­tes Ver­hält­nis zu Auto­ri­tät und Macht(losigkeit), eröff­nen die Mög­lich­keit zur voll­stän­di­gen Bewusst­wer­dung des Sub­jekts und zur Sinn­frage des Indi­vi­du­ums. Im Ver­lauf des Buches wer­den der his­to­ri­sche Ver­lauf ange­ris­sen, Flucht­me­cha­nis­men auf­ge­zeigt, sowie der Bezug zur Nazi-Gesellschaft her­ge­stellt.
Ins­ge­samt wird immer wie­der das Zusam­men­spiel der sich wan­deln­den, sozio-ökonomischen Struk­tu­ren und psy­chi­schen Pro­zesse in Indi­vi­duum und Gesell­schaft dar­ge­stellt.
Ähnlich wie auch im letz­ten Semes­ter wol­len wir, die Mit­glie­der der Basis­de­mo­kra­ti­schen Fach­schaft Sozi­al­wis­sen­schaf­ten, mit euch zusam­men im Rah­men eines auto­no­men Lek­tü­re­kur­ses die Grund­ideen und Über­le­gun­gen des Autors dis­ku­tie­ren, inter­pre­tie­ren, ver­ste­hen und eigene Denk­an­sätze ent­wer­fen. Für Nach­fra­gen im Vor­feld erreicht ihr uns per Mail oder über Stu­dIP.

Wir wol­len damit auch aus der Lehre zuneh­mend ver­drängte Inhalte prä­sent hal­ten und mit­un­ter sogar neue Inter­es­sen wecken.
Statt­fin­den wird der Lek­tü­re­kurs Mon­tags um 14 Uhr c.t. im Raum V108 (Schnei­der­berg 50).
Die Teil­nahme am Lek­tü­re­kurs könnt ihr euch als Schlüs­sel­kom­pe­tenz anrech­nen las­sen. Eine gemein­same Anschaf­fung des Buches ist ange­strebt und wird dies­mal hof­fent­lich zeit­nah nach Beginn der Ver­an­stal­tung abgeschlossen.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *